Ovulationstest: So wirst Du schneller schwanger

Fruchtbare-Tage-mit-Ovulationstest-bestimmen

Tatsächlich gibt es einfache und zugleich bewährte Methoden, um schneller schwanger zu werden. Viele Frauen und auch Wissenschaftler schwören auf Eisprungtests, um den Kinderwunsch möglichst rasch zu realisieren. In diesem Artikel erkläre ich Dir ausführlich, wie der Ovulationstest funktioniert, wie Du ihn anwendest und wie sicher er ist.

Was ist ein Ovulationstest?

Wer schwanger werden will, der sollte seinen Zyklus genau kennen. Denn im Zeitraum des Eisprungs hast Du Deine fruchtbaren Tage. Wenn Du in dieser Spanne Geschlechtsverkehr hast, dann steht die Chance auf eigenen Nachwuchs besonders gut.

An diesem Punkt kommt der frei verkäufliche Ovulationstest ins Spiel. Er misst, durch Auswertung des Urins, hormonelle Veränderungen in Deinem System. Im Prinzip funktioniert er wie ein Schwangerschaftstest. Er bestimmt lediglich ein anderes Hormon.

Das sogenannte luteinisierende Hormon, kurz LH-Hormon genannt, löst den Eisprung aus. Dafür steigt es rund 24 bis 36 Stunden vor dem Follikelsprung schnell an, teilweise sogar bis auf das 10-Fache des Normalwertes. Rund um den Eisprung ist die Frau am fruchtbarsten. Der Ovulationstest kann Dir helfen, Deine fruchtbaren Tage ganz einfach zu finden, indem er Dir den Anstieg des LHs aufzeigt.

Einige Ovulationstests bestimmen zusätzlich den Östrogen- bzw. Östradiolspiegel. Denn auch dieses Sexualhormon ist mitverantwortlich für den Follikelsprung. Es steigt in der Regel vor dem Eisprung sogar noch stärker an, als das LH. Anschließend sinkt es rasch ab.

Eine randomisierte, kontrollierte Studie vom September 20191 deutet darauf hin, dass Frauen dank Ovulationstests tatsächlich schneller schwanger werden. In dem kurzen Video wird die Funktionsweise mithilfe des clear blue ovulationstest erklärt:

Wie sieht der natürliche Zyklus einer Frau aus?

Falls Du Dich nicht so gut mit den regelmäßigen Veränderungen in Deinem Körper auskennst, möchte ich Dir eine kurze Erklärung liefern.

  1. Dein Zyklus beginnt mit dem Einsetzen der Periode.
  2. Er endet am Tag vor der nächsten Menstruationsblutung.
  3. Etwa in der Mitte dieses Zeitraums (ca. 12 bis 16 Tage nach der letzten Blutung) setzt der Eisprung ein.

In der Medizin geht man von einer durchschnittlichen Zykluslänge von 28 Tagen aus. Allerdings gibt es eine Forschungsarbeit, in der rund 10.000 Zyklen2 unter die Lupe genommen wurden. Dabei stellt sich heraus, dass nur 13 Prozent der Zyklen exakt 28 Tage dauern.

Am häufigsten wurden Phasen von 27 Tagen bis zum nächsten Zyklus verzeichnet. Als unbedenklich gelten alle Zeiträume zwischen 23 und 35 Tage, wobei auch hier wieder zu relativieren ist. Rund 5 Prozent aller gesunden Frauen haben einen sehr langen Zyklus von mehr als 35 Tagen. Neben einer abweichenden Länge sind übrigens auch Zyklusschwankungen völlig normal. Sie treten bei rund 80 Prozent auf. Übrigens gibt es grade nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille oder anderer hormoneller Verhütungsmittel zunächst einmal vermehrt Unregelmäßigkeiten in der Umstellungsphase.

Wie funktioniert ein Ovulationstest?

Am besten bestimmst Du Deine reguläre Zykluslänge, bevor Du mit den Ovulationstests startest. Dadurch sparst Du bares Geld, weil Du den Test nicht den ganzen Monat lang durchgehend durchführen musst, sondern nur rund um den Eisprung. Wenn wir davon ausgehen, dass es 28 Tage von einer Blutung bis zur nächsten dauert, dann startest Du am besten an Tag 11 – also einige Tage vor dem vermuteten Eisprung – mit dem Test.

Falls Du zudem Deine Basaltemperatur und / oder den Zervixschleim auswertest, dann kannst Du den Testbeginn noch näher an den Eisprung manövrieren. Der Ovulationstest wertet den LH Anstieg aus. Gemessen wird dafür der Hormonlevel im Urin.

Dafür befinden sich im Test selbst sogenannte Antikörper, die sich an das luteinisierende Hormon koppeln. Der Ovulationstest wird über mehrere Tage durchgeführt, bis die Antikörper anschlagen. Ein positives Ergebnis deutet auf das Einsetzen des Eisprungs und damit die fruchtbaren Tage bzw. die periovulatorische Phase hin.

Hier findest Du einen Überblick über die Normwerte des LH-Hormons:

normwerte-vom-lh-hormon

Die Daten sind die kumulierten Zahlen aus Veröffentlichungen der Frauenheilkunde und Geburtshilfe Lübeck3, der BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe4 und von medscape.com5. Es ist nämlich so, dass die Werte des luteinisierenden Hormons von Frau zu Frau abweichen. Deshalb ist es wichtig, einen Ovulationstest mit der richtigen Sensitivität zu wählen, damit er auch tatsächlich einen Hormonanstieg erfassen kann.

Wie geht die richtige Durchführung des Ovulationstests?

Besorge Dir rechtzeitig im Vorfeld den Ovulationstest. DM, Rossmann, Müller und andere Drogeriemärkte bieten sie ebenso an wie Apotheken. Am einfachsten ist es, wenn Du den Eisprungtest online bestellst und ihn nach Hause liefern lässt.

Die zuverlässigsten Ovulationstests verrate ich Dir in diesem Spezial-Beitrag (Verlinken). Einfache Tests sind als Streifen oder Kassettensysteme auf dem Markt. In den Packungen mit den Streifen befinden sich mehrere Tests. Vor dem Gebrauch sollte man die Seite mit den Anwendungshinweisen genau studieren sowie die jeweilige Einzelverpackung entfernen. Hochwertigere Modelle, wie zum Beispiel das Produkt von Clearblue, funktionieren digital.

Die Tests gibt es in folgenden Sensitivitäten:

  • 10 mlU/ml
  • 20 mlU/ml
  • 25 mlU/ml
  • 30 mlU/ml

Je nach Empfindlichkeit muss das LH mit einer Konzentration von 10, 20, 25 oder 30 mlU/ml im Urin auftreten, damit der Ovulationstest ein positives Resultat zeigt.

Okay, Du hast Deinen Ovulationstest vorliegen? Nun musst Du die Kontaktfläche von Deinem Teststäbchen für wenige Sekunden mit Urin benetzen. Dafür kannst Du den Test beim Wasserlassen direkt unter den Strahl halten. Alternativ fängst Du den Harn in einem Becher auf und hältst den Ovulationstest dort hinein. Bezüglich der Eintauchdauer weichen die Produkte verschiedener Hersteller voneinander ab.

Abhängig von der Methode und dem Anbieter erscheint das Ergebnis durchschnittlich 3 bis 10 Minuten nach dem Urin-Kontakt.

Dein Teststreifen zeigt normalerweise zwei Linien:

  1. Die Referenzlinie: Sie belegt, ob der Test überhaupt funktioniert.
  2. Die Ergebnislinie: Sie zeigt die Konzentration des LH

Verfärbt sich die Testlinie stark ein und wird auffällig dunkler, ist der Ovulationstest positiv. Anwender, die einen digitalen Fertilitätsmonitor nutzen, bekommen häufig ein Symbol angezeigt, zum Beispiel einen Smiley, um den LH-Anstieg zu verdeutlichen.

Wenn Du mit den Teststreifen arbeitest, kannst Du sie nach dem Trocknen untereinander sortiert auf eine Seite im DIN A4 Format kleben. So ist es einfacher, die Farbveränderungen an verschiedenen Tagen abzulesen. Bei digitalen Modellen ist dies weder möglich noch notwendig. Auf ihnen bekommst Du sowieso vollautomatisch angezeigt, wann Du am fruchtbarsten bist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen LH-Test?

Um herauszufinden, an welchem Tag Du optimalerweise mit dem Ovulationstest beginnst, habe ich eine praktische Übersicht zusammengestellt:

richtiger-zeitpunkt-fuer-lh-test

Grundsätzlich ist die Durchführung zu jeder Tageszeit möglich. Die Konzentration des LHs im Urin unterliegt allerdings Schwankungen im Tagesverlauf. Deshalb solltest Du immer zur gleichen Uhrzeit testen.

Experten empfehlen, vorher mindestens vier Stunden lang nicht zu urinieren. Außerdem ist es auch vorteilhaft, davor möglichst wenig zu trinken. Ansonsten könnten der Urin und unmittelbar verbunden die LH-Konzentration verwässert werden. Selbst wenn es prinzipiell keine vorgeschriebene Uhrzeit gibt, ist es – aufgrund der vorangegangenen Informationen – ratsam, den Test morgens durchzuführen.

Was bedeuten die Ergebnisse des Ovulationstests?

Testergebnis negativ:

Schlägt der Ovulationstest nicht an, dann kann das mehrere Gründe haben:

  1. Du hast keinen Eisprung
  2. Der Eisprung tritt verspätet auf
  3. Der Hormonspiegel steig nur wenig an und der Test ist nicht sensitiv genug

Tritt nach 5 bis 7 Tagen kein positives Testergebnis auf, solltest Du im nächsten Zyklus ein anderes Produkt oder eine neue Packung des gleichen Herstellers verwenden. Beobachte den Verlauf über mehrere Zyklen. Falls wiederholt kein LH-Anstieg verzeichnet wird, konsultiere Deinen Frauenarzt. Möglicherweise liegt eine Unterfunktion der Eierstöcke, eine sogenannte Ovarialinsuffizienz, oder andere behandlungsbedürftige Erkrankung vor.

Testergebnis positiv:

Ist der Ovulationstest positiv, bedeutet dies in der Regel, dass Du jetzt schwanger werden kannst. Innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden solltest Du Geschlechtsverkehr haben, um die fruchtbaren Tage auszunutzen. Du darfst auch gerne schon in den Stunden und Tagen vorher mit Deinem Partner schlafen. Unter optimalen Bedingungen überleben Spermien nämlich bis zu 5 Tage im weiblichen Körper. Ist Deine fruchtbarste Zeit vorüber, dann wird der Ovulationstest normalerweise wieder ein negatives Ergebnis aufzeigen.

Auf der anderen Seite gibt es auch Fälle, bei denen die Anwendung bis zum Zyklusende weiterhin ein positives Resultat zeigt. Dies lässt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen:

  • Unterfunktion der Eierstöcke
  • Polyzystische Ovarien
  • Beginnende Menopause (Frauen in den Wechseljahren haben LH-Werte von > 30 mlU/ml)

Wie sicher ist ein Ovulationstest?

Leider gibt es keinen Ovulationstest, der zu 100 Prozent sicher ist und Dir definitiv zur Schwangerschaft verhilft. Einige Forschungsergebnisse6 weisen sogar darauf hin, dass die Auswertung von Sexualhormonen wie dem LH im Urin nicht wirklich zuverlässig ist.

Bitte beachte, dass auch folgende Komponenten das Ergebnis des Tests beeinflussen können:

  • Antibiotika
  • Psychopharmaka
  • Hormontherapie
  • Erkrankungen von Nieren, Leber oder den Eierstöcken

Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Ein Pro ist, dass sich der Kinderwunsch bei vielen Nutzerinnen mithilfe des Ovulationstests tatsächlich erfüllt hat.

Wer sich mit der Frage nach Nachwuchs beschäftigt, der kann es einfach einmal ausprobieren. Die Tests gibt es bereits ab unter 10 Euro, weshalb nicht viel verloren ist, sollte es nicht funktionieren. Grundsätzlich wird die Beschäftigung mit der Ovulation aber dazu führen, dass Du ein besseres Bild von Deinem Zyklus bekommst und vielleicht bald keine verfärbte Linie mehr zur Eisprungermittlung brauchst. Einfach aus dem Grund, weil Du ganz natürlich bemerkst, wann es so weit ist.

Welche anderen Einsatzmöglichkeiten für Eisprungtests gibt es?

Verhütung mit dem Ovulationstest

Wer sich für eine natürliche Familienplanung entschieden hat und keinen Nachwuchs will, der kann den Ovulationstest auch zur Verhütung verwenden. Dadurch, dass er die fruchtbarsten Tage im Monat verrät, kannst Du in den 48 Stunden nach dem Eisprung Verhütungsmittel benutzen. Auch hier ist es wichtig, die Lebensdauer der Spermien zu berücksichtigen und lieber bereits ein paar Tage vor vermutetem Eisprung Kondom und Co. zu verwenden.

Schwangerschaftstest

Das Praktische am Ovulationstest ist, dass Du ihn auch als Schwangerschafts-Frühtest nutzen kannst. Bekannt ist diese Technik unter dem Namen Orakeln mit Ovus bzw. Ovulationstest. Diese Methode macht sich die Ähnlichkeit zwischen dem Eisprung auslösenden LH und dem Schwangerschaftshormon hCG zueigen.

Nachdem der Test zunächst den Eisprung meldet, sollte der anschließend wieder für ein paar Tage negative Resultate zeigen. Rund 8 bis 10 Tage nach dem Eisprung kann er gegebenenfalls das Schwangerschaftshormon hCG feststellen. Dafür ist aber normalerweise ein Test mit hoher Sensitivität nötig.

Hast Du Erfahrungen mit Ovulationstests? Bist Du vielleicht sogar sehr schnell damit schwanger geworden? Dann hinterlasse mir doch bitte einen Kommentar.

Quellen und Literatur zum Beitrag „Ovulationstest“:

1 Increased Likelihood of Pregnancy Using an App-Connected Ovulation Test System: A Randomized Controlled Trial, von Sarah Johnson, Joseph B. Standford, Graham Warren, Sharon Bond, Sharon Bench-Capon, Michael J. Zinaman, https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/jwh.2019.7850, zuletzt besucht am 10.12.2019

2 Wie lang ist ein normaler Zyklus, My Fertility Matters MFM Deutschland e.V. https://www.mfm-programm.de/index.php/wissens-blog/zyklus-und-fruchtbarkeit/item/33-wie-lang-ist-ein-normaler-zyklus, zuletzt besucht am 10.12.2019

3 Gynäkologie und Geburtshilfe, von Klaus Diedrich, 4.1 Hormoneller Regelkreis, Seite 67, Tabelle 4.5 Normbereich Hormonlabor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Lübeck, https://books.google.it/books?id=tZofBAAAQBAJ&pg=PA67&lpg=PA67&dq=lh+hormon+Frauenheilkunde+und+Geburtshilfe+L%C3%BCbeck&source=bl&ots=fF7UFnpAcm&sig=ACfU3U2O_2BmpR0GLpD0RsoVNhxxFGGr0Q&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwj_s7PYjqvmAhVOzqQKHfUOCxoQ6AEwAHoECAoQAQ#v=onepage&q=lh%20hormon%20Frauenheilkunde%20und%20Geburtshilfe%20L%C3%BCbeck&f=false

4 BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe Gruber, S. (2009). BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe. München: Elsevier Urban & Fischer

5 Luteinizing Hormone, von: Edward Charbek, MD Fellow in Pulmonary/Critical Care Medicine, St Louis University Hospital, https://emedicine.medscape.com/article/2089268-overview, zuletzt besucht am 10.12.2019

6 Relationships between the luteinizing hormone surge and other characteristics of the menstrual cycle in normally ovulating women. Direito A, Bailly S, Mariani A, Ecochard R, Fertil Steril. 2013 Jan;99(1):279-85. doi: 10.1016/j.fertnstert.2012.08.047. Epub 2012 Sep 19. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22999798

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